Designer ACTIVE COMFORT Fahrrad

Ich habe mich schon immer für Fahrräder interessiert, die etwas anders waren. Aus diesem Grund nahm ich dann doch das vom Industriedesigner Odo Klose entworfene Fahrrad in meiner Sammlung auf. Es wurde von der Großhandelsfirma METRO vertrieben.

Das Fahrrad wurde als Sensation auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung (IFMA) in Köln 1982 vorgestellt. Entworfen wurde das Rad vom Industrie-Designer Odo Klose.  Das besondere ist, dass die Räder ausschließlich aus Kunststoff bestehen und die Reifen schon schlauchlos sind. Der Doppelrohr-Rahmen ist aus Metall aber die Rahmenverbindungen sind aus Kunststoff. Durch die Verwendung von Kunststoff sollte so eine „Federung“ erreicht werden. Die Firma SPRICK in Gütersloh hatte die Räder für die METRO hergestellt. In der Praxis bewährte sich diese Konstruktion allerdings nicht und man bezeichnete es bald als das schlechteste Fahrrad Deutschlands.

Das Lenkrad des Aktive-Comfort Rades soll an einen Flugzeuglenker erinnern. 

Ausgerüstet ist das Fahrrad mit einer Torpedo-Dreigangnabe. Alle Bedienelemente des Rades wie der Schalthebel für die Dreigangschaltung, die Klingel und die Vorderradbremse sind im Lenker integriert. Die Integration des Tachos im Lenker – so finde ich – ist besonders gut gelungen. Trotz der ungewöhnlichen Anordnung ist die Handbremse bei diesem Rad gut zu bedienen. Allerdings ist der Klang der Klingel als jämmerlich zu bezeichnen.

Auf dem Gepäckträger ist ein abschließbarer Werkzeugkoffer mit Abstandhalter moniert. Er ist wegen seines besonderen Designs auffällig.

Es wurden etwa 20 000 Räder hergestellt und es sollte ursprünglich 700 DM kosten. Allerdings war das Fahrrad zu dem Preis nicht zu verkaufen. Auch durch eine weitere Preissenkung auf 499 DM wurde das Rad kein Verkaufsschlager. Schließlich wurde das Rad für 200 DM und darunter verramscht. 

 

Zu diesem Fahrrad gibt es, so wie ich finde, eine nette Anekdote, die ich erzählen möchte: 

In einer Gaststätte in Mücheln, (Sachsen-Anhalt) konnte ein Gast seine größere Zeche nicht bezahlen. Als Pfand für einen Tag ließ er dem Wirt ein „wertvolles Colani-Rad“ zurück.  Der Gast kam aber weder am nächsten Tag noch jemals wieder.

Erst nachdem die örtliche Zeitung mit Foto berichtete, dass der Wirt des Gasthauses ein wertvolles Colani-Rad hätte, flog der Schwindel auf.

 

Diese Täuschung konnte gelingen, weil man nicht den Namen des Designers Odo Klose auf dem schlecht lackierten Doppelrahmen sondern den des Designers Luigi Colani entziffern konnte oder wollte. Nur durch diesen Irrtum wurde das Komfort Aktiv Rad zum „Colani-Rad“. Der berühmte deutsche Designer Luigi Colani hat u.v.a. tatsächlich auch ein Fahrrad designet, allerdings war dies ein Rennrad.