Sachsorbit Werner Bies

Wie alles begann

Die Liebe zu alten Fahrrädern – insbesondere zu Rädern aus den 1950er- und 1960er-Jahren – begann bei mir erst zu der Zeit, als ich selbst auch schon „Oldtimer“ wurde,

Aus dem Nachlass meines Vaters wurde ich Besitzer eines ADLER-Herrenrades aus dem Jahr 1896/97. Das Rad war bereits einige Male neu gestrichen worden, so habe auch ich es wieder mit einem schwarzen Anstrich versehen. Mein Vater hatte das Rad in den 1930er-Jahren von seinem Vater, meinem Großvater, übernommen.

 

Er ersetzte den starren Antrieb (den so genannten Mitpedder) durch eine Komet-Nabe mit Lamellenbremse, die bis Kriegsende von Fichtel & Sachs hergestellt wurde. Wenn man in alten Katalogen schaut, ist meistens ein Hinweis vorhanden, „falls man eine Torpedo-Freilaufnabe im Rad haben möchte, musste man 10 RM Aufpreis zahlen“.

© Rüssmann-Thomas GbR
© Rüssmann-Thomas GbR

Das Adlerrad aus dem 19. Jahrhundert steht als Dauerleihgabe im Industriemuseum Elmshorn

http://www.industriemuseum-elmshorn.de/ 

Fichtel & Sachs -Komet Nabe Modell 35, mit Lamellenbremse

Nach dem Einbau und der ersten Probefahrt musste ich feststellen, dass keine Bremswirkung vorhanden war. Also erneut das gute Stück zerlegt und genau untersucht. Der Fehler war schnell gefunden. Die zwei Stahlbremsscheiben und die drei Bronzebremsscheiben müssen spielend leicht gangbar sein. Da die Scheiben aber fest zusammen klebten, war es kein Wunder, dass die Rücktrittbremse nicht ging. Das Rad hatte ja auch 20 Jahre gestanden ...

 

Wieder gangbar gemacht und leicht eingeölt, eingebaut und siehe da, alles in Ordnung!

 

Das Innere der Komet-Modell 35

Die Technik dieser Freilaufnabe faszinierte mich, und somit begann ich neben Fahrrädern außerdem Fichtel & Sachs Freilaufnaben und Schaltungsnaben zu sammeln, um sie auch in verschiedene alte Sammelräder ein zu bauen.

 

So z. B. in einem KYNAST-Edelstahl-Leichtlaufrad aus den 1970er-Jahren eine Fichtel & Sachs Orbit 2-Gang Getriebenabe, mit kombinierter 6-Gang Commander-Kettenschaltung. In einem GRITZNER-26 Zoll-Sportrad aus dem Jahr 1959 baute ich eine Fichtel & Sachs TORPEDO 2x3 Schaltung ein. Eine größere Sammlung von Freilauf- und Schaltungsnaben befindet sich in unserem Fahrradmuseum in Elmshorn,www.fahrradgruppe-rueckenwind.de

 

Zweimal im Jahr veranstalten wir einen Tag der offenen Tür, mit Fachgesprächen bei Kaffee und Kuchen.

Nach vorheriger Anmeldung kann unser Museum auch an anderen Tagen besichtigt werden.

Das Schaubrett der Torpedonaben im Museum

Mein Adler-Rad aus Familienbesitz

Das Rad war leider in einem sehr schlechten Zustand und somit wurde ein völlig neuer Aufbau des Rades nötig. Nach langem Suchen fand ich auch die eingestanzte Rahmennummer. Aber nicht am Rahmen, sondern oben an der linken Seite der Vordergabel.
Der Lenker, der Lenkervorbau, die Sattelstange, der Bremshebel und die Werkzeugtasche sind Originalteile.